Die Frage aller Fragen…
…und damit meine ich nicht den Heiratsantrag!
Heute geht es um die Wurst, bzw. um die zweit-größte Entscheidung, die man treffen muss, wenn man den Partner des Lebens getroffen hat. Die erste ist: soll ich sie/ihn heiraten. Die zweite ist: nehme ich ihren/seinen Namen an. Richtig offiziell wird eine Heirat erst dann, wenn die Frau den Nachnamen des Mannes annimmt. Zumindest war das früher so. Heute kann man längst nicht mehr pauschalisieren. Viele Frauen behalten ihr Mädchenname aus beruflichen Gründen, weil sie ihren Namen einfach schön finden, weil sie den Namen ihres Mannes hässlich finden oder weil sie stolz auf ihren Namen sind. Wieso auch nicht?
Ich habe einen irischen Nachnamen, auf den ich sehr stolz bin, weil es mich täglich daran erinnert, was meine Vorfahren auf sich genommen haben, um nach Amerika zu kommen und ihre Nachkommen ein besseres Leben zu ermöglichen. Zu blöd, dass ein Teil der Familie 100 Jahre später zurück nach Europa ist aber das ist eine ganz andere Geschichte. So nervig es auch sein kann, dass man hierzulande meinen Namen weder aussprechen noch buchstabieren kann, liebe ich ihn. Wahrscheinlich auch gerade deshalb weil er was besonderes ist. Ich würde also zwei mal überlegen, ob ich den Namen meines (noch nicht vorhandenen) Mannes annehmen würde.
Ein guter Freund von mir hat im letzten Jahr geheiratet und er hat den Namen seiner Frau angenommen. Ehrlich gesagt würde ich das auch, wenn mein ursprünglicher Nachname mit Stuhlgang assoziiert wird. Viele Leute in meinem Umfeld finden das aber unmännlich den Namen der Frau anzunehmen, sie stellen mein Freund als “Weichei” da. Aber Hallo, der Arme musste sich sein Leben lang wegen dem Familiennamen veräppeln lassen - seine Mutter hat ihm sogar voller Stolz den Namen ganz groß auf Pullis gestrickt - lass den Armen wenigstens ab jetzt ein Leben frei von Pöbelei genießen -und seine zukünftigen Kinder ebenso!
Worauf will ich mit diesen kleinen Anekdoten des Lebens hinaus? Unsere Generation hat es gar nicht so leicht, wenn es um die Wahl des Nachnamens geht. Früher war es klar. Frau nimmt Name des Mannes an. Punkt. Heute ist das anders.
Oftmals wird jetzt einfach ein Bindestrich zwischen beiden Namen gesetzt und voila, Frau kann beide Namen haben! Aber Obacht: neulich wurde es einem Deutschen Ehepaar untersagt die Nachnamen per Bindestrich zu verbinden, da der Mann schon vorher einen Doppelnamen hatte. Das hätte dann zur Folge gehabt, dass das Ehepaar einen dreifachen Nachnamen gehabt hätte. Das war dann unserer Bundesrepublik dann doch zu liberal (http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/8040118.stm).
Amerika ist hingegen offen für alles. Dort gibt es nämlich einen neuen Trend. Statt, als Kompromiss für Braut und Bräutigam, einen Doppelnamen zu kreieren, wird jetzt “gemesht”. So wie Brad und Angelina in den Klatschmedien Branjelina heißen, würde man dasselbe mit dem Nachnamen tun (http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/5239464.stm). Wenn also Müller und Schmidt heiraten, hießen sie danach Schmüller. Auch keine schlechte Lösung, oder? Nur verratet ihr mir dann bitte eines: wie in Himmels Willen will man dann dieses Ehepaar noch bei Facebook finden?!
Ich merke schon, ich helfe Noch-Unschlüssige bei ihrer Entschiedung nicht weiter. Vielleicht hilft aber dafür die neue Studie aus Holland. Sie besagt nämlich, dass man anhand des vom Mannes angenommen bzw, nicht-angenommenen Nachnamen, die Charakteristiken der Frau bestimmen kann (http://www.informaworld.com/smpp/content~content=a919477693~db=all~jumptype=rss). Eine Frau, die den Nachnamen übernimmt ist anscheinend einfühlsamer, abhängiger, emotionaler, inkompetenter und weniger ehrgeizig als eine Frau, die ihren Namen behält. In Sachen Karriere siehts auch nicht gut aus. Bei der Frau mit den traditionelleren Werten ist es auch weniger wahrscheinlich, dass sie einen Job kriegt und wenn doch, dann verdient sie erheblich weniger, als die Frau mit ihrem Mädchennamen. Alles was ich dazu sagen kann, ist: wer’s glaubt!
Dennoch, vielleicht habe ich zum Schluss doch noch jemand bei der zweitgrößten Entscheidung seines Lebens weiterhelfen können…

